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Integrierte Weiterbildung in psychoanalytischer und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie

Übersicht

Die Weiterbildung ist so konzipiert, dass Ärztinnen und Ärzte gemäß den Vorgaben der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Niedersachsen sowie den Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildung nach einem mindestens 5jährigen Studium die Voraussetzungen für die Anmeldung zur Prüfung zur Anerkennung der zusätzlichen Weiterbildung "Psychoanalyse" erfüllen können.

Die Weiterbildung erfolgt nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychoana­lyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) und entspricht gleichzeitig den Weiter­bildungsrichtlinien der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG). Werden für die Weiterbildung DPG- oder DGPT-Lehranalytiker und -Supervisoren gewählt, kann nach dem Institutsexamen die Mitgliedschaft in der DGPT und/oder der DPG beantragt werden. Für die Aufnahme in der DPG/IPA gelten zusätzliche Voraussetzungen (s. DPG/IPA Ausbildungsrichtlinien). Die am Institut tätigen Lehranalytiker und Supervisoren sind von der Ärztekammer anerkannt, einzelne noch im Anerkennungsverfahren (bitte beachten Sie dazu die Kennzeichnung in der Liste der Lehranalytiker und Supervisoren).

Die hier angegebenen Weiterbildungsinhalte der Ärztekammer beziehen sich auf die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Niedersachsen und Richtlinien vom 01.05.2005, geändert zum 01.02.2013. Da es Änderungen in der Weiterbildungsordnung geben kann und die WBO länderspezifisch ist, wird eine eigene Information vor und während der Weiterbildung über die jeweils gültige Fassung empfohlen.

Ansprechpartnerin: Dr. rer. biol. hum. Dipl.-Psych. Achim Kraul

Voraussetzungen und Zulassungsmodus

Zur Weiterbildung am Lou Andreas-Salomé Institut werden approbierte Ärztinnen und Ärzte zugelassen. Voraussetzung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Psychoanalyse durch die Ärztekammer ist eine Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung und im Gebiet Arbeitsmedizin. Außerhalb des Instituts (z.B. in der Facharztweiterbildung) erworbene gleichwertige Weiterbildungsanteile werden im Einzelfall geprüft und nach Möglichkeit anerkannt. 

Ein Antrag auf Zulassung ist jederzeit möglich. Der Bewerber stellt beim Vorsitzenden des Unterrichtsausschusses (UA) einen formlosen schriftlichen Antrag auf Zulassung und fügt einen tabellarischen Lebenslauf mit Passbild bei.

Nach zwei kostenpflichtigen Interviews mit zwei vom UA genannten Lehranalytikern wird über die Zulassung entschieden.

Dauer

Die Dauer der berufsbegleitenden Weiterbildung beträgt mindestens 5 Jahre.

Selbsterfahrung

Die Selbsterfahrung findet in diesem Weiterbildungsgang als Lehranalyse statt. Die Lehranalyse ist Grundlage und zentraler Bestandteil der psychoanalytischen und psychotherapeutischen Ausbildung. Sie findet in der Regel in mindestens drei Einzelsitzungen pro Woche statt (für den DPG-IPV-Abschluss in mindestens 4 Sitzungen pro Woche) und begleitet die gesamte Weiterbildung kontinuierlich.

Nach der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer erfolgt die Lehranalyse ebenfalls während der gesamten Weiterbildung, davon 250 Einzelstunden in mindestens 3 Einzelstunden pro Woche.

Theoretische Weiterbildung

Bis zum Abschluss der Weiterbildung müssen im Weiterbildungsgang Psychoanalyse und Psychotherapie mindestens 600 Stunden an theoretischen Lehrveranstaltungen - einschließlich der Teilnahme an mindestens 60 Doppelstunden der kasuistisch-technischen Seminare - nachgewiesen werden. Die Weiterbildungsinhalte sind im Curriculum aufgeführt Lehrveranstaltungen .

In der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer werden 240 Stunden theoretischer Weiterbildung gefordert.

Praktische Weiterbildung

Die praktische Weiterbildung umfasst

  • 20 psychoanalytische Erstuntersuchungen unter Supervision (WBO der Ärztekammer ebenso).
  • Mindestens 6 Behandlungen mit einer Gesamtzahl von in der Regel 1.000 Behandlungsstunden, darunter 2 psychoanalytische Behandlungen mit jeweils mindestens 250 Stunden.
  • Mindestens 250 Supervisionsstunden, davon sollen 170 Stunden in Einzelsupervision stattfinden, bis zu 80 Stunden können als Gruppensupervision mit maximal 4 Weiterbildungsteilnehmern stattfinden. (WBO der Ärztekammer: 600 dokumentierte psychoanalystische Behandlungsstunden, darunter 2 Behandlungen von mindestens 250 Stunden supervidiert nach jeder vierten Sitzung).
  • Auf Antrag können Behandlungen in einem modifizierten psychoanalytischen Behandlungsverfahren anerkannt werden, die während der Facharztweiterbildung durchgeführt und regelmäßig supervidiert wurden.
  • Teilnahme und Vorstellung von Behandlungsfällen im kasuistisch-technischen Seminar (KTS). Es werden mindestens zwei analytische Langzeitbehandlungen in mindestens 3 KTS vorgestellt. Mindestens eine Kasuistik soll einen längeren Behandlungsverlauf schildern. 

Kosten

Beispielrechnung für Kosten und Einnahmen in der Ausbildung.

Abschlüsse

Mit dem Abschlussexamen am LAS-Institut erwerben Weiterbildungsteilnehmerinnen und Weiterbildungsteilnehmer die Voraussetzung zur Mitgliedschaft am Institut und in der DGPT. Für die Mitgliedschaft in der DPG müssen die DPG-Bedingungen (DPG-Lehranalytiker und 2 DPG-Supervisoren) erfüllt sein. Der Abschluss der Weiterbildung nach DPG-IPA-Richtlinien wird bisher überwiegend überregional ermöglicht.

Die Zulassung zum Abschlussexamen erfolgt auf schriftlichen Antrag, bei Zustimmung der Supervisoren, Erfüllung aller Weiterbildungsanforderungen und Vorlage einer Examensarbeit. Das Examen besteht aus einer mündlichen Darstellung des Behandlungsfalles  und anschließender Diskussion über die Examensarbeit mit der Prüfungskommission.

 

Wenn die in der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer geforderten Weiterbildungsinhalte erfüllt sind, kann unabhängig vom Institutsexamen die Prüfungszulassung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt werden und damit die Anerkennung der zusätzlichen Weiterbildung "Psychoanalyse".