Jörg Melzer, Peter Döring
Ort: Leinehof – Veranstaltung für A&WBT
Mittwoch, 25.11.2026 19:30-21:00 Uhr
Verbindliche Anmeldung auf der Homepage
Die Ethik-Tage (2025, 2026) und der Ethik-Workshop der DGPT in diesem Jahr haben deutlich gemacht, das Ethik-Leitlinien, einmal verabschiedet, nicht ausreichen, um lebenslang eine klare ethische Haltung einhalten zu können. Herausfordernde psychodynamische Situationen meistern zu können, setzt voraus, sich mit den häufigsten Verführungssituationen immer wieder reflexiv auseinanderzusetzen.
Um unseren therapeutischen Standpunkt zu schärfen, werden wir in dieser Veranstaltung die von der DGPT erarbeiten Fallbeispiele nutzen. Das Format sieht jährlich je einen Impulsvortrag mittels Fallvignette über eine Grenzverletzung vor (20 min.). In Kleingruppen begeben sich die Anwesenden in je eine der unterschiedlichen Rollen, die wir an einem Institut haben (z.B. Mitglied, Dozent, A&WBT, Vorstand), und tauschen sich über mögliche Rollen-konfusionen und -trennungen aus (30 min.). Anschließend werden die Erfahrungen im Plenum diskutiert, um unsere Kompetenz für eine klare Haltung zu stärken (40 min.).
Wir bieten die Veranstaltung einmal für Mitglieder und einmal für A&WBT an, um Raum für die unterschiedlichen Perspektiven zu bieten und allen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen ohne Überschneidungen bzgl. Lehranalyse und -therapie.
Literatur: Schleu A (2024) Die eigene Krankheit des Psychotherapeuten. Forum Psychoanalyse 40: 319-330
Strauß B, Spitzer C Hrsg. (2023) Psychotherapeuten und das Altern. Heidelberg: Springer
Jörg Melzer
Ort: Leinehof, Seminarraum A
Blockveranstaltung, Samstag, 10.10.2026, 09:30 – 15:30 Uhr
Max. 30 TN
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Wir setzen die Seminarreihe mit dem zweiten von 3 Seminaren fort: Grenzen psychoanalytisch verstehen. Um Grenzüberschreitungen und -verletzungen zu vermeiden, ist es nötig, schwierige Situationen zu verstehen. Anhand von Gabbard (2024) soll es u.a. um die unbewussten Wünsche von Therapeutinnen und Therapeuten nach Anerkennung, Regulierung des eigenen Selbstwerts und das Gemocht- und „Geliebt“werden gehen. Die Übertragungsliebe nicht mehr im symbolischen Raum analysieren zu können, sondern ins Agieren zu kommen, markiert destruktive Übertragungs-Gegenübertragungskonstellationen, die bewusst gemacht werden müssen. Wir brauchen nach Winnicott (2006) die „Fähigkeit, uns zu sorgen“ und sollen das durch unsere analytische Behandlungstechnik ausreichend gut lernen; z.B. durch „gegenseitige Anerkennung“ (Benjamin 2004).
Literatur: Gabbard GO (2024) Grenzen und Grenzverletzungen in der Psychoanalyse. Gießen: Psychosozial; Winnicott DW (2006) The family and individual development. London: Routledge; Benjaminy J (2004) Beyond doer and done to: an intersubjective view of thirdness. Psychoanal Q 73: 5-46
Gastdozenten Michaela Hoffmann und Stefan Winter
Ort: Leinehof, Seminarraum A
Blockveranstaltung, Samstag, 21.11.2026, 09:00 – 16:30 Uhr
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Die Bedeutung einer gelingenden Geburt wird in diesem Seminar aus zwei Perspektiven – der psychoanalytischen und der geburtshilflichen – beleuchtet.
Aus psychoanalytischer Sicht werden Konzepte wie das Trauma der Geburt (O. Rank, G. H. Graber), Bindung und frühe Beziehungsgestaltung mit anthropologischen und philosophischen Ansätzen in Beziehung gesetzt und mit Fallvignetten aus eigener psychoanalytisch-klinischer Erfahrung verknüpft.
Aus der Perspektive der Geburtshilfe werden die selbstbestimmte Geburt, mögliche Folgen traumatischer Geburtserfahrungen sowie die Bedeutung der frühen Eltern-Kind-Beziehung und die Rolle des Vaters erörtert.
Anahita Seyed Vossoughi
Ort: Leinehof, Seminarraum C
Blockveranstaltung, Samstag, 16.01.2026, 09:00 – 16:30 Uhr
Verbindliche Anmeldung auf der Homepage
In diesem Seminar sollen anhand der Arbeit von Ralf Zwiebel (2018) "zwei zentrale Problembereiche der analytischen Profession" genauer beleuchtet werden. Zum einen geht es um die Anforderungen an die psychische Arbeit der Analytikerin, die erforderlich ist, um einen möglichst entwicklungsfördernden analytischen Prozess zu ermöglichen. Andererseits beschäftigt sich Zwiebel mit negativen Affekten wie "Angst, Schuldgefühle und Scham, die diese seelische Arbeit unvermeidlich begleiten, sie einschränken oder sogar verhindern können".
Literatur:
Zwiebel, Ralf: Von der Angst, Psychoanalytiker zu sein. Das Durcharbeiten der phobischen Position. Stuttgart (Klett-Cotta) 2018
Michael Buchholz, Thomas Ferrari
Ort: Leinehof
Dienstag 02., 09., 16. und 23.02.2027, 19:30 – 21:00 Uhr
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Psychoanalyse ist, wie wir seit Siegfried Bernfeld verstanden haben, ein Gespräch – freilich besonderer Art, weil wir mit dem "Dritten Ohr" (Theodor Reik) zuhören, manchmal sogar mit vier Ohren, also zwei Paaren, zuhören sollen – wie eine Patientin einmal gefordert hat. Ein international gebräuchliches Wort für Gespräch ist "Konversation" (conversation), deren Analyse – nach Transkriptlektüre, nach Anhören von Aufnahmen – interessante Beobachtungen erlaubt. Texte, Bandaufnahmen und Transkripte sind die drei Bestandteile, mit denen wir arbeiten wollen.
Günter Reich, Jennifer Reinhold
Ort: Bibliothek, Wilhelm-Weber-Str. 24
Vorbesprechung Mittwoch, 28.04.2027, 20.00 Uhr,
Freitag, 25.06.2027, 17:00 bis 20:30 Uhr
Samstag, 26.06.2027, 09:00 bis 12:30 Uhr
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In diesem Block werden klassische Texte der psychoanalytischen Technik vorgestellt und in ihrem jeweiligen Kontext diskutiert. Die Texte werden von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmen gelesen und jeweils von einer Kleingruppe in die gemeinsame Diskussion eingebracht. Vorgesehen sind erneut vier Texte. Im Mittelpunkt stehen Sándor Ferenczi und Michael Balint, zwei Autoren, die die psychoanalytische Behandlungstechnik entscheidend erweitert haben und deren Beiträge zugleich kontrovers diskutiert wurden. Beide richten den Blick in besonderer Weise auf die reale Beziehung zwischen Analytiker und Patient und fragen danach, was in der analytischen Situation jenseits von Deutung, Abstinenz und klassischer Neutralität wirksam wird. Eine Teilnahme an den bisherigen Seminaren wird nicht vorausgesetzt. Die Seminarreihe soll in den folgenden Studienjahren fortgesetzt werden.
Anja Germeyer
Ort: Leinehof, Seminarraum A
Blockveranstaltung, Samstag, 19.06.2027, 09:00 – 16:30 Uhr
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In diesem Seminar widmen wir uns mittels theoretischer Annäherung dem Thema Geschlecht. Im Fokus stehen dabei insbesondere der erweiterte Ödipuskomplex nach Freud sowie die Gender-Theorie von Laplanche, die im aktuellen Diskurs eine bedeutende Rolle spielen. Wir werden diese Theorien eingehend analysieren, um ein vertieftes Verständnis für die psychischen Prozesse und Dynamiken zu entwickeln, die mit Geschlechtsentwicklung und -identität verbunden sind. Ziel ist es, psychoanalytische Perspektiven auf Geschlechtsidentität kennenzulernen und zu reflektieren.
Anja Germeyer
Ort: Bibliothek, Wilhelm-Weber-Str. 24, GÖ
Blockveranstaltung, Samstag, 05.06.2027, 09:00 – 16:30 Uhr
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Dieses Seminar bietet einen theoretischen Rahmen, um gesellschaftliche Ausgrenzungsprozesse aus psychoanalytischer Perspektive zu untersuchen. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit verschiedenen psychoanalytischen Erklärungsansätzen zu Phänomenen wie Antisemitismus, dessen Analyse seit den Anfängen psychoanalytischen Denkens eine zentrale Rolle spielt und angesichts aktueller Ereignisse, wie dem Geschehen am 7. Oktober 2023, eine erschreckende Aktualität besitzt.
Darüber hinaus werden wir die Prozesse des Erstarkens rechtsextremer Tendenzen in Teilen der Gesellschaft analysieren und versuchen, diese Phänomene vor dem Hintergrund psychoanalytischer Theorien zu verstehen.
Ziel ist es, die zugrunde liegenden psychischen Mechanismen, Abwehrstrategien und unbewussten Prozesse zu verstehen, die diese Phänomene antreiben. Dabei werden aktuelle Entwicklungen und gesellschaftliche Herausforderungen in den Fokus genommen, um ein umfassendes Verständnis für Formen der Ausgrenzung zu entwickeln.
Aufgrund der Komplexität der Thematik kann dieses Seminar als Auftakt dienen.